Atmen gegen den Stress

Aktualisiert: 16. Aug 2019


Im hektischen Alltag atmen wir meistens viel zu flach. Das bedeutet, dass wir vor allem den oberen Teil der Lunge nutzen und sich lediglich der Brustkorb bei der Atmung hebt. Diese Atmung wird im Laufe des Erwachsenwerdens erworben. Kinder atmen automatisch in den Bauch, Erwachsene im Schlaf übrigens ebenso. Bei der Bauchatmung wird das Zwerchfell angespannt, die Lunge dehnt sich aus, die inneren Organe werden nach unten gedrückt und die Bauchdecke hebt sich.

Doch ein zunehmend auf die schlanke Taille konzentriertes Schönheitsideal sowie alte Glaubenssätze wie "Bauch rein, Brust raus" haben im Laufe der Zeit dafür gesorgt, dass diese natürliche Atmung von immer weniger Menschen praktiziert wird.

Im Yoga wird Wert darauf gelegt, tief in den Bauch hinein zu atmen. Und das hat seinen Grund. Durch die tiefe Bauchatmung wird nämlich der Parasympathikus angeregt. Das ist der Teil des vegetativen Nervensystems, der uns entspannt und dabei hilft, einen erhöhten Spiegel an Stresshormonen wieder abzubauen. Bei Stress wird neben Adrenalin und Noradrenalin auch das Hormon Cortisol ausgeschüttet.

Ein erhöhter Cortisolspiegel wird mittlerweile dafür verantwortlich gemacht, dass sich überschüssige Energie in Form von Fettpolstern am Bauch ablagert. So manch einer, der verzweifelt gegen sein Bauchfett ankämpft, müsste also vor allem erstmal eins: sich entspannen!


Tiefes Atmen ist die perfekte und einfachste Übung gegen Stress

Bauchatmung kann man üben und vor allem in (fast) jeder Situation praktizieren. Beim Warten an der Kasse oder an der Bushaltestelle, beim Autofahren, beim Meeting, am Schreibtisch und unterwegs.

Setze oder lege dich dafür entspannt hin. Lege eine Hand auf den Bauch, schließe die Augen und spüre in deine Mitte hinein. Vielleicht merkst du eine kleine Bewegung der Bauchdecke. Solltest du nichts spüren, atme trotzdem einfach bewusst weiter und stelle dir vor, wie der Atem tief in den Bauch hinein strömt. Bleibe in dieser entspannten Haltung, so lange es dir angenehm ist. Wenn du magst, kannst du die Atemzüge auch zählen. Zähle jedes Ausatmen (!), bis du bei 10 angekommen bist. Solltest du zwischendurch durcheinander kommen, weil du abgelenkt warst, fang einfach wieder von vorne an.

Hast du die tiefe Bauchatmung einmal verinnerlicht, kannst du sie jederzeit bewusst - und unauffällig - anwenden. Mit der Zeit wird dieses gesunde Atmen für dich zur Selbstverständlichkeit werden. Gerade in Stresssituationen allerdings solltest du die das entspannte Atmen immer wieder bewusst machen.

Übrigens kann eine solche Atemübung dich auch dann entspannen, wenn der Heißhunger auf Süßes oder Fettiges einmal zu groß wird.

#Atmen #Entspannung #Yoga #Gesundheit #atemuebung #stressessen

copyright by FOOD COACHING Nicole Hoenig, Eppendorfer Landstraße 98d, 20249 Hamburg

letzte Aktualisierung: 4.11.2020