Der überforderte Darm

Aktualisiert: 1. Aug 2019


Viele Menschen klagen über Verdauungsprobleme.

Schmerzen, Druckgefühl, Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder sogar Atembeschwerden - eine gestörte Verdauung kann das Alltagsleben schon ganz schön beeinträchtigen.


Diagnostisch lässt sich zunächst abklären, ob eine Unverträglichkeit gegen Laktose (Milchzucker) oder Fruktose (Fruchtzucker) vorliegt. Dies erfolgt durch einen H2-Atemtest beim Allergologen oder Gastroenterologen. Allergietests geben Aufschluss über eine Weizen- oder Glutenunverträglichkeit. Andere Unverträglichkeiten wie z.B. Histamin lassen sich zur Zeit hauptsächlich über detailliertes Protokollieren der aufgenommenen Lebensmittel und eine Karenzphase entdecken.



Während einer Karenzphase werden die verdächtigen Lebensmittel strikt gemeiden, bis ein Abklingen der Beschwerden erreicht ist. Dann beginnt man mit der Testphase, in dem individuell ausgetestet wird, welche Lebensmittel in welchen Mengen vertragen werden.

Viele weitere Faktoren beeinflussen unseren Darm. Nicht erst seit dem Bestseller "Darm mit Charme" ist den meisten von uns wohl bewusst geworden, dass unser Darm ein gewisses Eigenleben führt und sehr sensibel darauf reagiert, was wir ihm zuführen und wie wir allgemein mit unserem Leben umgehen. Stress und jahrelange falsche Ernährung beeinträchtigen die Darmgesundheit erheblich.

Gut, dass es nie zu spät ist, etwas zu verändern!

Ganz rückgängig machen lässt sich eine Unverträglichkeit meistens nicht. Im Gegensatz zur Allergie dürfen jedoch auch Lebensmittel mit unverträglichen Inhaltsstoffen bis zu einer gewissen Menge in den Speiseplan eingebaut werden. So entsteht weniger das Gefühl des "Verzichts", sondern des "bewussten Erlaubens".

Eine Unverträglichkeit zu therapieren, ähnelt daher einer akribischen Detektivarbeit oder einem Puzzlespiel. Mit Hilfe eines Ernährungs-Beschwerde-Protokolls wird jeder Tag protokolliert und erleichert das Aufspüren von Störenfrieden. Gleichzeitig führen Entspannungs- und Yogaübungen für den Bauch dazu, dass der Darm wieder lernt, sich zu entspannen. Regelmäßige Mahlzeiten und angepasste Portionsgrößen erleichtern ihm die Verdauungsarbeit. Und auch eine nächtliche Fastenphase kann für viele Patienten eine richtige Wohltat darstellen.

In der Praxis entsteht der Eindruck, dass viele Menschen ihren Darm viel zu lange viel zu wenig berücksichtigt haben. Er hält schon so einiges aus, wehrt sich aber dann, wenn es ihm zu viel wird. Dann sollte langsam eine Wiederannäherung erfolgen, um den Darm - das gar nicht mehr ganz so unbekannte Wesen - mit all seinen wichtigen Aufgaben wieder voll ins Leben zu integrieren.

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letzte Aktualisierung: 21.5.2020